Wind und Pflanzenschutz: der komplette Leitfaden zum richtigen Spritzzeitpunkt
Der Wind bestimmt sowohl die Rechtmäßigkeit als auch die Wirksamkeit einer Behandlung. Dieser Leitfaden gibt einen Überblick – Vorschriften, Agronomie, Temperaturinversionen, Vorhersage und Einstellungen – und verweist auf unsere ausführlichen Artikel.

Der Wind ist der Wetterfaktor, der beim Spritzen am stärksten ins Gewicht fällt. Zu stark, trägt er das Mittel aus dem Schlag hinaus: Das ist die Abdrift, mit Wirkungsverlust, einem Risiko für die Kulturen und die Nachbarflächen sowie einem Verstoß als Folge. Doch die Windgeschwindigkeit ist nur ein Teil der Geschichte: die Mittelart, die Temperaturinversionen, die Verlässlichkeit der Vorhersage und die Einstellungen der Spritze zählen ebenso. Dieser Leitfaden gibt einen Überblick und verweist auf unsere ausführlichen Artikel zu jedem Punkt.
Was das Gesetz sagt: in Frankreich höchstens 19 km/h
In Frankreich verbietet die Verordnung vom 4. Mai 2017 das Spritzen, sobald der Wind Stärke 3 der Beaufort-Skala überschreitet, also 19 km/h. Das ist eine genaue Grenze, die bei einer Kontrolle durchsetzbar ist. Die Abstände zu Gewässern und Anwohnern (Pufferzonen) und die zugelassenen abdriftmindernden Geräte ergänzen diesen Rahmen. Alle Einzelheiten in unserem Artikel zu den Windvorschriften in Deutschland und Europa.
Der Wind wirkt je nach Mittel unterschiedlich
Ein driftendes Herbizid kann eine Nachbarkultur verbrennen; manche Kulturen wie Reben oder Rüben sind hochempfindlich gegenüber winzigen Dosen von Wuchsstoffherbiziden. Ein Fungizid dagegen wirkt außerhalb des Ziels weniger stark. Der Sicherheitsabstand, den Sie beim Wind einhalten sollten, hängt also vom Mittel ab. Wir erläutern diese Unterschiede je nach Mittelart.
Die Falle der Temperaturinversionen
Bei schwachem Wind, in der Morgen- oder Abenddämmerung, kann eine Temperaturinversion das Mittel in der Schwebe halten und über mehrere Kilometer tragen. Das ist eine tückische Gefahr, denn die Bedingungen wirken ideal. .
Häufige Fragen
Wie hoch ist die maximale Windgeschwindigkeit zum Spritzen in Frankreich?
19 km/h, also Stärke 3 der Beaufort-Skala. Darüber ist das Spritzen durch die Verordnung vom 4. Mai 2017 verboten.
Ist schwacher Wind immer günstig zum Spritzen?
Nein. Windstille, vor allem in der Morgen- oder Abenddämmerung, kann mit einer Temperaturinversion einhergehen, die das Mittel in der Schwebe hält und weit trägt. Ein schwacher, gleichmäßiger Wind (etwa 6 bis 15 km/h) ist vorzuziehen.
Wirkt der Wind auf ein Herbizid und ein Fungizid gleich?
Nein. Ein driftendes Herbizid kann empfindliche Nachbarkulturen schon bei sehr geringer Dosis schädigen, während ein Fungizid außerhalb des Ziels weit weniger anrichtet. Der einzuhaltende Sicherheitsabstand hängt also vom ausgebrachten Mittel ab.












