Abdrift reduzieren: Düsen, Gestängehöhe und Windrichtung
Wenn das Fenster knapp ist, Sie aber spritzen müssen, verringern mehrere Einstellungen die Abdrift deutlich: Düsen, Tropfengröße, Gestängehöhe, Windrichtung und Umgang mit dem Vorgewende.

Die Windgrenze einzuhalten ist die erste Regel, doch wenn das Anwendungsfenster knapp ist, lässt sich die Abdrift mit mehreren Einstellungen deutlich verringern. Dieser Artikel, ein Satellit unseres Leitfadens zu Wind und Pflanzenschutz, stellt die konkreten Stellhebel vor.
Die richtige Düse und Tropfengröße wählen
Das ist der wirksamste Stellhebel. Feine Tropfen (unter 105 Mikrometer) driften am stärksten; abdriftmindernde Düsen (Injektordüsen) erzeugen größere Tropfen und verringern die Abdrift je nach zugelassenem Modell um 66 bis 95 %. Passen Sie die Tropfengröße an das Mittel an: große Tropfen für ein systemisches oder bodenwirksames Mittel (ohne Wirkungsverlust), mittlere Tropfen für ein Fungizid, das in den Bestand eindringen muss. Bei einem Kontaktinsektizid, das eine gute Benetzung erfordert, ist der Kompromiss heikler: Wählen Sie lieber ein ruhiges Wetterfenster, statt die Tropfen zu stark zu vergrößern.
Das Gestänge absenken und den richtigen Düsenwinkel wählen
Je höher das Gestänge, desto weiter legen die Tropfen zurück, bevor sie das Ziel erreichen, und desto eher werden sie verweht: Streben Sie die geringste Höhe an, die noch eine gute Abdeckung sichert. Der Düsenwinkel wirkt sich unmittelbar aus. Mit 110°-Düsen (Abstand 50 cm) wird die Dreifachüberlappung schon bei 50 bis 70 cm über dem Ziel erreicht, gegenüber 80 bis 90 cm bei 80°-Düsen – also ein deutlich niedrigeres Gestänge und damit weniger Abdrift. Die neuesten Injektordüsen senken die Belastung zusätzlich, indem sie den Abstand zwischen Tropfen und Ziel verkürzen. Ein stabiles Gestänge (mit Schwingungsdämpfung) hilft, diese Höhe konstant zu halten.
Die Windrichtung nutzen und das Vorgewende bedenken
Beobachten Sie die Windrichtung: Richten Sie die Fahrt so aus, dass die Abdrift von empfindlichen Bereichen (Gewässer, Wohnhäuser, empfindliche Nachbarkulturen) wegweht. Bei spürbarem Wind kann es sinnvoll sein, die freiliegenden Vorgewende am Rand zur empfindlichen Seite hin nicht zu behandeln und bei besseren Bedingungen dorthin zurückzukehren – ein örtliches Aussparen ist besser als ein Nachbarschaftsstreit oder Schäden auf dem angrenzenden Schlag.
Häufige Fragen
Welche Einstellung ist am wirksamsten gegen Abdrift?
Die Wahl der Düse und der Tropfengröße. Abdriftmindernde Injektordüsen erzeugen größere Tropfen und verringern die Abdrift je nach zugelassenem Modell um 66 bis 95 %.
Beeinflusst die Gestängehöhe die Abdrift?
Ja. Je höher das Gestänge, desto eher werden die Tropfen verweht, bevor sie das Ziel erreichen. Das Gestänge auf der geringsten Höhe mit noch guter Abdeckung zu halten, verringert die Abdrift.
Soll man das Vorgewende bei starkem Wind behandeln?
Bei spürbarem Wind ist es oft besser, die freiliegenden Vorgewende zur empfindlichen Seite hin nicht zu behandeln und bei besseren Bedingungen dorthin zurückzukehren, um Schäden und Nachbarschaftsstreit zu vermeiden.
Quellen
- Arvalis – Zugelassene Geräte zur Minderung von Pufferzonen/Abdrift
- Bayer Agro – Welche Gestängehöhe wählen (80°/110°-Düsen, Dreifachüberlappung)
- La France Agricole – Geschwindigkeit, Applikationshöhe und Dreifachüberlappung
- Pesticide Environmental Stewardship – Understanding Droplet Size
- Zugelassene abdriftmindernde Geräte – agriculture.gouv.fr
- ANSES – Prosulfocarb (Managementmaßnahmen, Flüchtigkeit)












